KONFERENZ

„Techno|logien der Geschlechter? Strategien für eine gendergerechte Museumspraxis“

10.-11.12.2015 | Deutsches Technikmuseum, Kommunikationsraum

Technikmuseen sind Bildungsinstitutionen, sie bewahren und zeigen historische Exponate und definieren so kulturelle Wertvorstellungen, Vorbilder und gesellschaftliche Wahrheiten. Das Museum als Ort der Repräsentation liefert nicht nur Identitäts­konzepte, sondern ist auf allen Ebenen – von der Personalpolitik über Sammlungsstrategien bis hin zur Ausstellungsinszenierung und Vermittlungsangeboten – komplex von der Kategorie Geschlecht durchdrungen. Die Frauen- und Genderforschung hat in zahlreichen Studien zur Repräsentanz von Frauen in den Technik- und Naturwissenschaften auf ihre Ausschlüsse aus den großen Geschichtserzählungen verwiesen und tiefgreifende strukturelle Ungleichheiten in Wissenschaft und Gesellschaft herausgearbeitet. In den Ausstellungen und Sammlungen werden bestimmte weibliche bzw. männliche Narrative, aber auch schichten- und klassenspezifische sowie ethnische Differenzen werden (re-)produziert.

Die Konferenz ist die Auftaktveranstaltung des Forschungs- und Vernetzungsprojektes „GENDER TECHNIK MUSEUM“, sie eröffnet den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis, dient der Bestandsaufnahme und Vernetzung sowie der Entwicklung von Strategien für ein gendergerechtes Museum. Das Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01FP1502 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieses Informationsangebotes liegt bei den Autorinnen und Autoren.


PROGRAMM

Donnerstag, 10.12.2015
10.00 - 10.30 UhrBegrüßung
Bundesministerium für Bildung und Forschung (N.N.); Vorstand der Stiftung Deutsches Technikmuseum (Prof. Dr. Dirk Böndel); Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, Technische Universität Berlin (Prof. Dr. Sabine Hark, Dr. Daniela Döring, Dr. Hannah Fitsch
10.30 - 12.00 Uhr Gender in the Box. Wie Geschlecht in die Technik kommt.
Prof. Dr. Martina Heßler (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)
Kaffeepause
12.30 - 13.30 Uhr „Ich möchte jetzt nicht von Bildungsbürgertum sprechen, aber …“ – Soziale Ungleichheiten im Museum.
Prof. Dr. Diana Lengersdorf (Universität zu Köln)
Mittagspause
14.30 - 15.30 Uhr Frauen* im Technikmuseum. Strategien des Umdenkens.
Anna Döpfner (ehem. Kuratorin für Textiltechnik, Deutsches Technikmuseum, Berlin)
Kaffeepause
16.00 - 17.00 Uhr Darf ich vorstellen? Ein Leitfaden Gender & Museum.
Dr. Smilla Ebeling (Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg)
17.00 – 18.00 Uhr Führungen durch die Ausstellungen des Deutschen Technikmuseums:
Claudia Schuster: Schifffahrt
Astrid Venn: Luftfahrt
Christine Keruth: Alles Zucker! Nahrung-Werkstoff-Energie
Andrea Grimm: Schmucktechnik
Nora Lackner: Nachrichtentechnik
Freitag, 11.12.2015
10.00 - 12.15 UhrWorkshop I: Sammeln | Ausstellen | Kuratieren
Moderation: Dr. Daniela Döring

Dinge von Belang.
Dr. Roswitha Muttenthaler (Technisches Museum Wien)

FremdKörper: Geschlechterbilder in Migrationsausstellungen.
Regina Wonisch (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt)
Kaffeepause
12.15 - 13.15 UhrVernetzung und Erfahrungsaustausch
Historischer Input zum damaligen Museum für Verkehr und Technik
Dr. Gabriele Wohlauf (ehem. Kuratorin für Produktionstechnik, Deutsches Technikmuseum, Berlin)
Mittagspause
14.30 - 16.30 Uhr Workshop II: Gestalten | Vermitteln | Intervenieren
Moderation: Dr. Hannah Fitsch

Über die Sichtbarkeit von geschlechterspezifischen Fragen und ihren räumlichen Gestaltungsmöglichkeiten.
Detlef Weitz (chezweitz | Büro für museale und urbane Szenografie, Berlin)

In Normalitäten intervenieren und Regeln dekonstruieren.
Perspektiven einer emanzipatorischen Kunst- und Kulturvermittlung. Elke Smodics (trafo.K, Wien)

ORT

Deutsches Technikmuseum
Kommunikationsraum
Trebbiner Straße 9
10963 Berlin
U1, U7 Möckernbrücke
U1, U2 Gleisdreieck
S1, S2, S25 Anhalter Bahnhof


INFOMATERIAL

Einladung und Programm (PDF 500kB)
Plakat (PDF 350kB)

KINDERBETREUUNG

Für die Dauer der Tagung wird eine kostenlose Kinderbetreuung eingerichtet. Mit Ihrer Anmeldung setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung, um die konkrete Dauer und Alter der Kinder abzusprechen.